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Durch ein Traineeship ins Banking: Warum es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt

8. Mai 2026

Lesezeit: 6 Min

Karrierewege im Banking verlaufen selten nach einem festen Plan. Lauras Einstieg ins Banking führte über ein Traineeship – eine bewusste Entscheidung, um Banking aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen. Heute blickt sie auf ihren Einstieg zurück und spricht darüber, warum Druck oft unnötig ist und weshalb Banking facettenreicher ist, als viele denken.

Wie bist Du ins Banking gekommen – und wie zur ING?

Mein Weg ins Banking war gar nicht so klar geplant. Ich habe einen BWL-Bachelor gemacht und danach einen Master in Finance – also auf den ersten Blick ziemlich klassisch. Meine Praktika waren aber alles andere als geradlinig. Ich war im Inhouse Consulting, habe während meines Masters in Stockholm eher im Startup- und Holding-Umfeld gearbeitet – ein klassisches Banking-Praktikum hatte ich tatsächlich gar nicht.

Nach dem Master stand dann die große Frage im Raum: In welche Richtung möchte ich gehen? Und ehrlich gesagt bin ich eher über die ING und das Traineeship „gestolpert“. Das International Talent Programme klang einfach spannend – und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass Banking deutlich vielfältiger ist, als man es im Studium wahrnimmt. Für mich war das eine gute Möglichkeit, sowohl das Unternehmen als auch die Branche besser kennenzulernen.

Der Bewerbungsprozess hat mir auch sehr gut gefallen – vor allem, weil er noch sehr persönlich war. Ein Assessment vor Ort, Gespräche, Zeit für Fragen. Und ganz ehrlich: Schon in der Kantine zu sitzen, gibt einem direkt ein Gefühl dafür, wie es ist, dort zu arbeiten. Im Traineeship hat sich dann bestätigt, dass mir Banking sehr viel Spaß macht.

Gab es auf Deinem bisherigen Karriereweg Herausforderungen oder Hürden?

Mein Karriereweg ist natürlich noch nicht besonders lang – aber eine der größten Herausforderungen war für mich der Druck, immer die „richtige“ Entscheidung treffen zu müssen. Gerade nach dem Studium hatte ich oft das Gefühl: Jetzt entscheidest du über die nächsten 40 Jahre deiner Karriere. Und das erzeugt enormen Druck. Rückblickend weiß ich, dass es dieses klare „richtig“ oder „falsch“ oft gar nicht gibt.

Hast Du das Gefühl, dass Du als Frau anders wahrgenommen wirst?

Ich glaube schon, dass man mit verschiedenen Stereotypen konfrontiert wird – und das nicht nur als Frau. Ich habe im Ausland studiert, bin relativ jung, arbeite im Banking – da kommen viele Bilder zusammen. Und gerade Banking ist oft mit bestimmten Vorstellungen belegt.

Im Arbeitsalltag zeigt sich das vor allem in Meetings. Ich arbeite im Bereich Projektfinanzierung, und in vielen Calls bin ich die einzige Frau oder eine von wenigen. Auch wenn sich schon einiges verbessert hat, äußern sich Unterschiede heute meist nicht offen, sondern eher subtil.

Man hört dann Aussagen wie: „Eigentlich sind wir doch schon gleichberechtigt.“ Oder die Annahme, Frauen interessierten sich weniger für Finance. Solche Sätze wirken harmlos, prägen den Arbeitsalltag jedoch spürbar – gerade weil sie selten als Problem wahrgenommen werden.

Umso wichtiger ist es, dass wir diese Muster erkennen, offen ansprechen und daran arbeiten, sie zu verändern.

Gibt es Klischees im Banking, die Du gerne aufbrechen würdest?

Auf jeden Fall. Vor allem das Bild, dass Banking gleich Banking ist. Viele denken sofort an ein bestimmtes Umfeld oder einen bestimmten Typ Mensch – dabei ist die Branche extrem vielfältig. Es gibt so viele unterschiedliche Bereiche und Teams.

Ich selbst habe zum Beispiel Projektfinanzierung erst im Traineeship wirklich kennengelernt. Das war in der Uni gar nicht präsent. Ich glaube, oft fehlen einfach Berührungspunkte. Und dann entsteht schnell ein einseitiges Bild – auch durch äußere Dinge wie Dresscodes oder klassische Vorstellungen.

Dabei wird Banking immer diverser – nur wird das in der Außenwahrnehmung noch nicht immer so gesehen.

Fühlst Du Dich durch die Kultur bei ING unterstützt?

Ja, absolut. Das Thema wird hier sehr bewusst adressiert. Allein, dass wir dieses Gespräch führen, zeigt ja schon, dass offen gesprochen wird. Für mich war das auch ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für ING.

Die ING vermittelt das Gefühl, dass es hier für unterschiedliche Profile Platz gibt. Auch Initiativen wie das Young Committee zeigen, dass Themen wie Altersstereotype ernst genommen werden. Es geht darum, sicherzustellen, dass auch jüngere Stimmen gehört werden.

Ich habe insgesamt das Gefühl, dass ein starkes Problembewusstsein vorhanden ist – und dass aktiv daran gearbeitet wird.

Hast Du genügend weibliche Vorbilder in Deinem Umfeld?

Eure Interviewreihe zeigt ja, wie viele starke Vorbilder es bei uns gibt. Aber im Alltag merkt man schon, dass man oft noch überwiegend mit Männern zusammenarbeitet. Die Anzahl an Frauen in bestimmten Rollen ist einfach noch geringer.

Ich würde mir wünschen, noch mehr Frauen in Führungsrollen zu sehen und mit ihnen zu arbeiten.

Es hat sich schon viel getan – aber es gibt definitiv noch Raum nach oben.

Würdest Du rückblickend etwas anders machen?

Eigentlich nicht. Ich bin erst seit zweieinhalb Jahren im Job – aber ich bin sehr zufrieden mit meinem Weg. Was ich heute anders sehen würde: Ich habe mir oft zu viel Druck gemacht und Dinge zu sehr durchdacht.

Gerade am Anfang hat man so viele Optionen – und Entscheidungen sind selten endgültig. Man sollte sich nicht zu sehr stressen, dass sich durch eine Entscheidung alle anderen Türen schließen. Das ist kein „Fight or Flight“ – auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

Was würdest Du Deinem jüngeren Ich oder anderen jungen Menschen mitgeben?

Eine wichtige Erkenntnis für mich war, wie vielseitig Banking eigentlich ist. Gerade aus der Uni heraus hat man oft ein sehr eingeschränktes Bild. Dabei gibt es so viele Bereiche, die ganz unterschiedliche Profile ansprechen.

Und generell: Dieses Schwarz-Weiß-Denken hilft nicht. Entscheidungen sind selten endgültig – und es gibt immer Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln oder neue Wege einzuschlagen.

Das versuche ich mir auch heute noch immer wieder bewusst zu machen.

Wer wir sind? Lernen Sie einige Ihrer zukünftigen Kolleginnen und Kollegen kennen.

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