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Wholesale Banking

Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Allein für die nachhaltige Transformation werden 322 Milliarden Euro Investitionsvolumen pro Jahr benötigt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Industrie dekarbonisiert, erneuerbare Energien ausgebaut, energieeffiziente Gebäude geschaffen und die Elektromobilität in Deutschland massiv beschleunigt werden. Das alles geht nicht ohne die nötige Finanzierung. Und hier kommen wir Banken ins Spiel. Als Finanzinstitut verstehen wir es als unsere Aufgabe, die Gesellschaft auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Wirtschaft zu begleiten und den Wandel zu finanzieren. Das gilt für unsere Kunden wie für uns selbst. Als Bank haben wir zwar einen relativ kleinen CO2-Fußabdruck und verfolgen auch hier konkrete Ziele. Der größte Hebel für den Klimaschutz ist jedoch das Kreditbuch, sprich die Frage, welche Aktivitäten wir finanzieren. Transformationsfinanzierung ist hier das Stichwort. Im Firmenkundengeschäft beraten und unterstützen wir Unternehmen dabei, ihr Geschäftsmodell nachhaltiger aufzustellen und weniger CO2 zu produzieren. Diese Transformation funktioniert nicht von heute auf morgen, sie ist allerdings notwendig. 2018 hat die ING gemeinsam mit der „2°-Investing-Initiative“ den sogenannten Terra-Ansatz entwickelt. Mit Hilfe dieser Steuerungsmethode soll das gesamte Kreditbuch der ING auf die Erreichung des 1,5-Grad-Klimaziels ausgerichtet werden. Zu diesem Zweck werden eine Bestandsanalyse des Kreditbuchs durchgeführt und Potentiale für eine weitere Reduzierung der CO2-Emissionen identifiziert. Dabei sind besonders CO2-intensive Sektoren wie u.a. Energie, Zement, Stahl, Automotive, Luftfahrt oder Immobilien im Fokus. Bei fast allen Sektoren ist die Netto-Null bis 2050 das Ziel. Der ING Climate Report gibt Auskunft über die Zwischenziele und darüber, wo die Bank aktuell bei dieser Zielerreichung steht.

Strategischer Dialog als wichtiger Erfolgsfaktor

Um die Klimaziele zu erreichen, tritt die ING als Geldgeberin, Beraterin, Moderatorin und Gestalterin auf, sorgt für Wissensaufbau und -transfer und treibt Innovationen mit ihren Kunden voran. Eine wesentliche Maßnahme hierbei ist der strategische Dialog, in dem wir uns konstant mit all unseren Kunden befinden. Was haben sie vor? Wie wollen sie ihr Geschäft weiterentwickeln? Welche Märkte wollen sie betreten? Welche Herausforderungen gibt es dabei? Diese und weitere Fragen besprechen wir regelmäßig mit unseren Kunden und beraten sie dabei, wie sie Nachhaltigkeit in ihre Überlegungen integrieren können, wenn sie es nicht ohnehin schon getan haben. Denn: Unternehmen bewegen sich in einem komplexen Umfeld. Sie kennen die gestiegenen Anforderungen bereits von anderen Stakeholdern wie Investoren oder dem Gesetzgeber. Sie sind darüber hinaus selbst daran interessiert, ihren Beitrag zu leisten. Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen mit dem Ukrainekrieg und dem Einfluss auf die Energiepreise sowie Engpässe in den Lieferketten haben die Auseinandersetzung mit dem Thema gefördert. Das führt dazu, dass Nachhaltigkeit mittlerweile Inhalt fast jeden Kundengesprächs ist. Unsere Kunden haben ein sehr gutes Verständnis und eine genaue Vorstellung für ihren Transformationspfad. Wir begleiten sie dafür eng auf diesem herausfordernden, schwierigen, aber auch notwendigen Weg. Mit der Einführung sogenannter Transitionspläne machen wir einen weiteren wichtigen Schritt bei dem Ziel, die kohlenstoffintensivsten Teile unseres Kreditportfolios Richtung Net-Zero bis 2050 zu steuern und den Fortschritt unserer Kunden messbar zu machen. Konkret geht es darum, die Dekarbonisierungsstrategien der Unternehmen mit Hilfe eines datengetriebenen Ansatzes zu analysieren. Damit wollen wir weitere Erkenntnisse für den Transformationspfad unserer Kunden ermitteln, um gemeinsam mit ihnen einen wissenschaftlich fundierten Dialog zu führen und sie individuell und maßgeschneidert bei ihrem Weg in eine nachhaltige Zukunft beraten zu können.

Valide Daten machen den Unterschied

Ein weiteres Ziel dieser Transitionspläne ist es, neue Datenpunkte in unsere Systeme aufzunehmen, die es uns ermöglichen, zu analysieren, wo unsere Kunden auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung stehen. Das heißt, dass wir unsere Erkenntnisse über das Klima in unseren Finanzierungsprozess auf Kundenebene integrieren. Dieser besondere Schritt ermöglicht uns, sinnvolle Gespräche mit denjenigen Kunden darüber zu führen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Unser Ziel ist klar: Wir wollen weg von Bauchgefühl oder subjektiven Wahrnehmungen. Dafür ist dieses Thema viel zu wichtig. Valide Daten müssen in das Zentrum unserer Abwägungen. Nur so können langfristig vernünftige und richtige Entscheidungen getroffen werden. Die richtigen Entscheidungen müssen auch getroffen werden, wenn es um die Wahl der nachhaltigen Finanzprodukte geht. Mittlerweile sind wir im Firmenkundengeschäft so weit, dass für fast jedes Finanzprodukt im Portfolio eine nachhaltige Alternative angeboten werden kann. Das können unter anderem bilaterale Finanzierungen, Konsortialkredite, Schuldscheine oder die Strukturierung von nachhaltigen Anleihen sein. Hier unterscheidet man im Kern zwischen „Use of Proceeds“, also der Mittelverwendung, und „Sustainability-linked“, also die Implementierung von nachhaltigen KPIs (Key Performance Indicators) in der Dokumentation. Die Finanzierung im Rahmen der Mittelverwendung unterscheidet sich von einer Sustainability- linked–Finanzierung insofern, als dass erstere notwendigerweise und nur unter der Bedingung erfolgt, dass die Verwendung der finanzierten Mittel für grüne und nachhaltige Projekte oder Aktivitäten unter Einhaltung der ESG-Kriterien und Umweltschutzstandards bestimmt ist. Neben den nachhaltigen Finanzinstrumenten können wir als Bank mit unserer Sektorexpertise einen Dialog auf Augenhöhe mit den Kunden führen, was von ihnen geschätzt wird.

Was heißt das in der Praxis?

Ein aktuelles Beispiel hierfür ist Heidelberg Materials, ein Unternehmen aus einer CO2-intensiven Branche. Weltweit fallen bei der Zementherstellung jährlich rund 2,7 Milliarden Tonnen Kohlendioxid an, das sind rund acht Prozent der globalen Gesamtemissionen. Um ihre Klimaziele zu erreichen, hat die ING für Unternehmen im „Zementportfolio“ eine feste Zielgröße definiert: Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß auf 0,5 Tonnen pro Tonne Zement reduziert werden. Durch chemische und technische Verfahren in der Produktion sowie durch die Abscheidung und Speicherung des anfallenden CO2 können die Emissionen bei der Zementherstellung gemindert werden. Gleichzeitig sollen die Unternehmen einen Mindestanteil an alternativen Brennstoffen und Energien nutzen und sich Themen der Kreislaufwirtschaft und des Recyclings widmen. Aber diese Umstellung kostet. Nachhaltige Finanzierungslösungen sind komplex. Hier kommt die ING ins Spiel. Heidelberg Materials hat in seinem Framework 2022 besonders ambitionierte Ziele zur CO2-Reduktion verankert: Die Emissionen sollen bis 2026 um rund 34 Prozent auf 0,5 Tonnen CO2 pro Tonne zementartigem Material und bis 2030 um rund 47 Prozent auf 0,4 Tonnen CO2 pro Tonne zementartigem Material gegenüber dem Basisjahr 1990 sinken. Finanziert werden soll dies unter anderem über einen Sustainability-linked Bond sowie über ein nachhaltiges Commercial-Paper-Programm. Werden die Ziele im CP-Programm nicht erreicht, zahlt das Unternehmen einen Zinsaufschlag, der an eine Naturschutzorganisation weitergeleitet wird. Daneben spielt im Framework auch das sogenannte Abscheiden von Kohlendioxid (Carbon Capture) eine Rolle: Insgesamt sollen mit den bereits gestarteten Abscheideprojekten bis 2030 rund 10 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Bei Heidelberg Materials geht die Rolle der ING über die Finanzierung hinaus: Als Sustainability Target Agent prüft sie, ob die vereinbarten Ziele eingehalten werden, und wenn das nicht der Fall sein sollte, ob die Spendenzahlung geleistet wurde. Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Diese können nur bewältigt werden, wenn Politik und Wirtschaft Hand in Hand agieren. Wir sind davon überzeugt, dass der Übergang der Gesellschaft zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft alternativlos ist und wollen diesen Wandel gemeinsam mit unseren Kunden gestalten.

Faktenbasiert entscheiden

Regulatorik ist bereits heute ein wichtiges Thema im Nachhaltigkeitsbereich, seien es die EU-Taxonomie, die EU-Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) oder das europäische und nationale Lieferkettengesetz. Spielregeln und Rahmenbedingungen sind wichtig. Dabei sollten Unternehmen und auch Banken von all den regulatorischen Anforderungen nicht überwältigt werden, damit eine nachhaltige Finanzierung gefördert und nicht erschwert wird. Zudem braucht es stärkere Unterstützung und die Incentivierung nachhaltiger ökonomischer Aktivitäten seitens des Regulators. Damit Finanzmarktakteure faktenbasierte Entscheidungen zur Transformationsfinanzierung treffen können, ist zum Beispiel schnellstmöglich eine barrierearme Infrastruktur für klima- und energierelevante Daten zu schaffen. Eine einheitliche Gesetzgebung mit verbesserter Verfügbarkeit von Daten in hoher Qualität sowie eine Incentivierung nachhaltiger Transaktionen bei der Eigenkapitalunterlegung sind begrüßenswert.

Die Gesellschaft ist auf dem Weg zu einer CO2 neutralen Wirtschaft. Das gilt auch für unsere Kund*innen und für die ING. Wir finanzieren jede Menge nachhaltiger Aktivitäten aber die nicht nachhaltigen überwiegen noch. Unseren Fortschritt sehen Sie auf ing.com/climate.